Artikel der "Westfalenpost" vom 30.03.2009
von Barbara Sander-Graetz:
Finnentrop. (bsg) Als Frau hat man es bei der Gemeinde Finnentrop gut. Ob im Rathaus, beim Bauhof oder im Finto, Frauen sind in allen Bereichen auf dem Vormarsch. Seit Sommer 2000 gibt es bei der Gemeinde einen Frauenförderplan. Dieser Förderplan ist nicht nur ein Blatt Papier, sondern er wird konsequent umgesetzt.
Dabei hatte Finnentrop ein Vorreiterrolle, denn sie war einer der ersten Gemeinden, die den Förderplan umgesetzt haben. Das Ergebnis: von 120 Stellen sind 66 mit Frauen besetzt. Das weibliche Geschlecht ist somit in der Mehrheit. Doch in leitender Position sind die Frauen derzeit noch unterrepräsentiert. Je höher der Qualifikationsgrad wird, umso geringer ist der weibliche Anteil. „Es gilt“, so Bürgermeister Heß bei der neuen Fortschreibung des Frauenförderplanes bis 2012, „weitere Anstrengungen zu tätigen, um die Unterrepräsentanz der Frauen durch die Ermutigung von qualifizierten Bewerberinnen zu vermindern.“
Das Landesgleichstellungsgesetz NRW bestimmt die Aufstellung von Frauenförderplänen in der öffentlichen Verwaltung. Diese Frauenförderpläne, die eine Vielzahl von Zielen und Maßnahmen formulieren, haben eine Laufzeit von jeweils drei Jahren. Ein regelmäßiges Controlling führt den Nachweis über die Zielerreichung oder hinterfragt die Nichterreichung von angestrebten Vorhaben. Die Gemeinde steht bei ihrem Controlling gut da. „Wir bieten den Frauen individuelle Arbeitszeitmodelle an“, so Bürgermeister Heß weiter, „Wir errichten Teilzeitarbeitsplätze für Wiedereinsteiger, sowie für Rückkehrern aus dem Mutterschutz oder der Elternzeit.“ Die Modelle sind dabei flexibel. „Ob vormittags oder nachmittags oder an bestimmten Wochentage, was irgendwie möglich ist, wird angeboten“ freut sich auch die Gleichstellungsbeauftragte Monika Wiechers. Daher kommen viele Frauen nach der Familienphase gern zurück. „Hier bieten wir ihnen, wenn sie wollen, Aus- und Fordbildungsmöglichkeiten nahezu ohne Einschränkung. Als konsequente Folge davon dann auch im Anschluss die entsprechenden Stellen an,“ so Heß.
Aber neben dem Rückgriff auf die schon ausgebildeten Fachkräfte, sind die Frauen auch bei der Besetzung der Ausbildungsstellen auf dem Vormarsch. „Im Bereich der Azubis wird seit Jahren unverändert Wert darauf gelegt, ein ausgewogenen Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Azubis zu halten, wobei weibliche Azubis in den vergangenen Jahren stets in der Überzahl waren, denn sie sind bei den Eignungstesten oftmals besser“, erklärt Personalleiter Christof Sprenger. Immerhin gibt es zurzeit neun Nachwuchskräfte in der Berufsausbildung und sieben davon sind Mädchen. So auch Christina Löb. Sie wird Straßenwärterin und macht jetzt in dieser Männerdomäne, die sie mit Alexandra Biermann und Anne Richard an ihrer Seite geknackt hat, ihre Prüfung.
Die Gleichstellungsbeauftragte Monika Wiechers (unten li) freut sich: Frauen wie Alexandra Biermann oder Christina Löb können beim Bauhof arbeiten (oben links), aber auch wie Annika Rüschenberg im Bürgerbüro (oben re) oder als Fachangestellte für Bäderbetriebe. Das zeigen Linda Hoffmann und Nina Schenk als Azubi (unten re.).
