Auf der Suche nach einem Phantom
DSL: SPD im Stil unredlich
Finnentrop.
In der Ausgabe WP/WR vom 15. August kündigte die SPD Finnentrop eine Anfrage an den Bürgermeister an. Bis zum heutigen Tag (27.08.2009!) ist diese Anfrage bei der Verwaltung nicht angekommen. Dieser Stil des Umgangs miteinander spricht schon für sich.
Nun aber zur Sache: Bereits seit dem Oktober 2005 ist die Verwaltung, ist im Übrigen auch Bürgermeister Dietmar Heß persönlich, in Gesprächen mit der Deutschen Telekom über den weiteren Ausbau für leitungsgebundenes DSL. Bereits zuvor hatte die Gemeinde die Entwicklung von DSL on air unterstützt, am
01. Juni 2005 haben Lennestadts Bürgermeister Alfons Heimes und Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß symbolisch dieses Netz freigegeben (s. WP 02.06.2005). Auch bei der Standortsuche dieser funkgebundenen Technik wurde DSL on air von der Gemeinde Finnentrop unterstützt.
Mit der Telekom hat es zunächst große Fortschritte gegeben. Durch vier Netzknoten unmittelbar in der Gemeinde bzw. am Rand der Gemeinde sind die Versorgungsmöglichkeiten besser als in anderen angrenzenden Kommunen. Gleichwohl gab es irgendwann ein Mengenproblem (fehlende Ports) und in Teilbereichen auch ein Qualitätsproblem wegen zu langer Entfernungen vom Netzknoten. Das Portproblem soll nach Auskunft der Deutschen Telekom noch in diesem Jahr erledigt sein, das Reichweitenproblem sollte in der Tat durch Kooperationen mit der Deutschen Telekom angepackt werden.
Bereits im Januar des Jahres wurden Angebote versprochen, die jedoch nicht eintrafen. Nicht zuletzt deshalb ist Gregor Theißen, Leiter Geschäftssteuerung Privatkunden Niederlassung West (Mönchengladbach), in die Ratssitzung am 21. April 2009 eingeladen worden. Dort konnten alle, auch die die jetzt zu den Kritikern gehören, nicht nur zuhören, sondern auch Fragen stellen. Nicht nur die Verwaltung, sondern der gesamte Rat hat sodann auf die Aussagen von Herrn Theißen vertraut. Zwischenzeitlich hat der Bürgermeister dem zuständigen Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, Herrn Timotheus Höttges, einen Brief geschrieben, mit dem er kurzfristige Angebote anmahnt. Das hier am 06. August 2009 eingegangene Schreiben, mit dem die Telekom den weiteren Ausbau infrage stellt, ist zeitgleich vielen Kommunen in Deutsch-
land zugestellt worden. Letztlich geht es um ein Streit mit der Bundesnetzagentur (und der Bundesregierung) über das Netzentgelt für die Durchleitung Dritter.
Die Gemeinde Finnentrop arbeitet selbstverständlich auch in der Breitbandinitiative des Kreises Olpe mit. Nach den dort erhobenen Daten gab es in Finnentrop von allen sieben Städten und Gemein-
den die höchste Kundenzufriedenheit mit den bisherigen Verhältnissen. Gleichwohl gilt dem Ausbau der Breitbandver-
sorgung möglichst bis 100 % weiter unser Hauptaugenmerk. Voraussichtlich wird dies allerdings über funkgebundene Systeme zu erreichen sein, u.a. mit der Konsequenz, dass entsprechende Sendeanlagen zu errichten sind.
Die von der SPD in der Presse erhobenen Vorwürfe können im Einzelnen wie folgt beantwortet werden:
Der Rat konnte bislang nicht informiert werden, da das Schreiben am 06. August eingegangen ist, die nächste Ratssitzung voraussichtlich erst am 22. September stattfinden wird. Immerhin ist die Öffentlichkeit unmittelbar informiert worden, übrigens auch um den Druck auf Telekom und Politik zu erhöhen.
Aus oben stehendem Text wird deutlich, dass die Verwaltung seit Jahren aktiv ist, übrigens auch in Einzelfällen für Abhilfe sorgen konnte. Dass andere Städte oder Gemeinden im Kreis Olpe bessere technische Voraussetzungen haben würden, ist schlicht unzutreffend.
Selbstverständlich hat die Gemeinde immer auch mit anderen Anbietern verhandelt. Ein führender Sozialdemokrat (G. Kowalzik) ist selbst Kunde eines alternativen DSL-Anbieters über Funk (www.lnet.net/privatkunden). Es gibt also nicht nur Alternativen, sondern auch in der SPD solche, die davon wissen.
Aber irgendwann wird ja die Anfrage der Sozialdemokraten auch im Rathaus eintreffen.
