Bahnübergang Finnentrop: doch „unendliche Geschichte“ ?
Bahn kündigt weitere Verzögerung bis 2014 an
Finnentrop.
Zur Erinnerung: beim „Ersten Spatenstich“ am 28. März 2008 kündigte der damalige Landesverkehrsminister Oliver Wittke die Fertigstellung der Beseitigung des Bahnüberganges in Finnentrop für „spätestens Ende 2010“ an. In einer turbulenten Ratssitzung am 27. Januar 2009 mußten die geladenen Vertreter der Deutschen Bahn einräumen und der Landestraßenbauverwaltung einräumen, dass wohl mit einer Befahrbarkeit der neuen Trasse erst Ende 2012 zu rechnen sei.
Nun „aus heiterem Himmel“, so Bürgermeister Dietmar Heß, „der nächste Tiefschlag“: in einem Schreiben, das am Anfang der Woche im Rathaus einging, kündigt die DB Netz AG eine weitere Verzögerung um eineinhalb Jahre an. Die Fertigstellung sei nun am 15.06.2014 geplant. Nach Angaben der DB-Tochter ist für die Verzögerung ausschließlich maßgebend, dass man eine für 2010 geplante Vollsperrung der Ruhr-Sieg-Strecke nicht genehmigt bekommen habe und die nächste Vollsperrung wegen „der Wichtigkeit der Ruhr-Sieg Strecke im europäischen Schienen-
güterverkehr und langfristrigen Abstimmungen mit den Eisenbahn-
verkehrsunternehmen“ erst wieder in den Sommerferien 2012 möglich sei.
Tatsächlich hat das Verkehrsunternehmen Abellio gegen die Vollsperrung der Ruhr-Sieg Strecke Beschwerde bei der Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde eingelegt. Dies geschah offensichtlich auf Druck des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd (Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein), der um die Einnahmen auf der Strecke fürchtete und seine Bedenken aufrechterhalten hat , obwohl er die möglichen Auswirkungen auf die Baumaßnahme in Finnentrop kannte.
In sofortigem Kontakt mit dem Landesverkehrsministerium und dem Leiter der Regionalniederlassung von Straßen NRW in Siegen, Ludger Siebert, haben zwar beide der Gemeinde Finnentrop Unterstützung zugesichert, aber auf die Verantwort-lichkeit der Bahn hingewiesen, ohne deren Oberleitungsumbau „nichts gehe“.
Der Gemeinde Finnentrop ist bewusst, dass ein Glaubwürdig-
keitsproblem vor allem beim Bund, aber auch beim Land entsteht. Der Bund als Eigentümer der Bahn lasse diese offenbar schalten wie diese wolle, auch der heimische Abgeordnete Hartmut Schauerte zeichne sich durch „beharrliches Wegducken“ aus, so ist aus dem Finnentroper Rathaus zu hören. Aber auch das Land als Straßenbauträger sei offenbar nicht in der Lage, der Bahn „die Stirn zu bieten“. Auch der heimische Landtagsabgeordnete Theo Kruse ist von der Gemeinde Finnentrop über den Sachverhalt informiert.
Komme keine Bewegung in die Angelegenheit, so werden zum ersten Mal auch aktive Protestaktionen in Betracht gezogen, da ein weiterer Zeitraum von fast fünf Jahren niemandem mehr zu vermitteln sei.
