Der Rhönrad World Team Cup
ein Bericht von Barbara Sander-Graetz
Sie kamen, sahen und siegten. Was die deutsche Nationalmannschaft beim World Team Cup des Rhönradturnern einen begeisterten Publikum am Sonntag in der Dreifachturnhalle präsentierte, war Weltklasseniveau. „Die Mannschaft hat fehlerfrei geturnt und zu recht gewonnen“, freute sich auch Paul Sieler, Vorsitzender Organisations-Team.
Er und viele helfende Hände sorgten am Wochenende für eine beeindruckende Sportgala und für einen faszinierenden World Team Cup anlässlich des 50. Geburtstages des ESV Finnentrop. Außerdem fand vor 20 Jahren in Finnentrop der erste Internationale Rhönradlehrgang statt, der als Geburtsstunde des Internationalen Rhönradturnens gilt.
Mit 28 Punkten holten das deutsche Team mit den vier Topathleten Robert Maaser (amtierender Weltmeister), Christoph Clausen, Julia Pohling und Svenja Trepte aus den sechs Entscheidungsrunden alles raus, was zu machen war. Mit zehn Punkten weniger folgte Japan auf Platz zwei vor den Niederlanden mit 14 Punkten und der Schweiz mit 12 Punkten.
Damit wurde die Mission „Titelverteidigung“ der Deutschen erfolgreich beendet, denn der Siegerpokal ging bei den vergangenen World-Team Cups in Rimpar (2002), Leverkusen (2004), Trappenkamp (2006) und Wolfstein (2008) bisher immer in deutsche Hände.
Der Mehrkampf besteht aus den drei Disziplinen Geradeturnen, Spiraleturnen und Sprung.
Das Geradeturnen ist eine Kür zu Instrumentalmusik, der Turner bestimmt dabei mit Übungen aus dem Reck- und Barrenturnen selbst den Schwierigkeitsgrad.
Das Spiraleturnen erfordert eine fein abgestimmte Kombination aus Kraft und Technik. Das Rhönrad dreht sich dabei wie eine geworfene Münze und nähert sich in konzentrischen Kreisen immer näher dem Boden. Mit der richtigen Technik muss das Rad anschließend wieder in die Gerade hochgedreht werden.
Beim Sprung wird das Rad vom Turner als Hilfsgerät für einen Hocksprung, Grätschsprung, Überschlag oder Salto genutzt.
Für die beste Wertung gab es vier Punkt, gefolgt von drei, zwei und einem Punkt. Bei einer Disziplin konnte die Mannschaft vorab einen Joker setzen und damit die erreichte Punktzahl verdoppeln. Die Mannschaft aus Deutschland wählte hier den Sprung von Robert Maaser, der die Erwartungen voll erfüllte.
Schon zuvor sorgte er bei seiner Präsentation im Geradeturnen mit Musik für Begeisterung. Pech hatten die Japaner beim Sprung. Ihr Sportler konnte keinen seiner beiden Versuche erfolgreich umsetzten.
Damit stand dem Sieg der deutschen Mannschaft nichts mehr im Wege. Diese konnte zum Abschluss des World Team Cup aus den Händen von Bürgermeister Dietmar Heß den großen Cup Pokal entgegen nehmen. Der nächste World Team Cup findet in zwei Jahren statt. Der Austragungsort steht noch nicht fest, wird in aber diesem Jahr noch ausgewählt.
