Deutscher Mühlentag am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2010
Der Deutsche Mühlentag ist in jedem Jahr für eingefleischte Technikfreunde und solche, die sich nur ein bisschen dafür interessieren, die Gelegenheit, in ganz Deutschland Mühlen und ähnliche Anlagen zu besichtigen. Die Teilnahme der Gemeinde Finnentrop an diesem Ereignis hat schon Tradition. In diesem Jahr dürfen die Besucher einen Blick in die folgenden Anlagen werfen:
In der Knochenmühle in Fretter, an der Straße nach Schöndelt gelegen, hat sich eine in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus einmalige Anlage der Montanindustrie erhalten. Das guss-eiserne Stampfwerk aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, eine sogenannte. „Kalifornische Poche“ zur Zerkleinerung von Erzen, wurde hier als Knochenmühle weiterverwendet. Mit der Anlage, die durch ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben wird, wurden früher pro Winter rd. 30 – 40 Zentner Knochenmehl zur Felddüngung hergestellt. Die alte Technik wird von Mitgliedern des Dorf- und Heimatvereins Fretter vorgeführt und erklärt. Den Besuchern werden Kaffee, Kuchen, Würstchen und Kaltgetränke geboten.
In der „Alten Mühle“ in Frettermühle können sich Besucher das historische Mühlengebäude mit seiner original erhaltenen und von der Familie Brill gepflegten Technik ansehen und bekommen sachkundige Antwort auf ihre Fragen. Bei gutem Wetter wird auch ein Zweitakt-Dieselmotor von 1934 vorgeführt, der früher dafür sorgte, dass die Anlage auch lief, wenn für das große Wasserrad zu wenig Wasser vorhanden war. Hier ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Zu Mittag kann man sich mit einer Hirtensuppe und belegten Baguettebrötchen stärken. Kaffee und Kuchen gibt es nachmittags im „Mühlencafé“ sowieso. Die Familie Brill gibt aus Anlass des Mühlentages ein Faltblatt heraus mit Rezepten für leckere Kuchen, damit man diese nicht nur in der Mühle probieren, sondern sie auch zu Hause selber nachmachen kann.
Das Kraftwerk Bamenohl (am Ortsausgang von Bamenohl in Richtung Grevenbrück gelegen), das auf den ersten Blick an eine römische Villa erinnert, wurde in den zwanziger Jahren erbaut und zu Beginn der 80er Jahre unter Denkmalschutz gestellt. Die Fensterahmen im Obergeschoss des Gebäudes bestehen aus achtstrahligen Sternen; eine Form, die man damals bevorzugt im Kraftwerksbau verwendete. Sie symbolisiert Energie und Elektrizität. Das Kraftwerk ist zwar zur Zeit außer Betrieb; das Innere des Maschinenhauses mit seinen Stuckornamenten, schwarz-weißen Fliesen und der holzgetäfelten Decke kann aber dennoch besichtigt werden. Mitarbeiter der Lister- und Lennekraftwerke GmbH sind vor Ort und werden entsprechende Führungen anbieten.
Alle Anlagen sind von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei! Da erfahrungsgemäß die Parkplätze zu diesem Anlass etwas knapp sind, empfiehlt es sich – wenn das Wetter es zulässt – auf das Fahrrad umzusteigen, zumal beide Mühlen direkt am Radweg durch das Frettertal liegen, während des Kraftwerk Bamenohl unmittelbar an der Lenneroute zu finden ist. Alle drei Objekte liegen übrigens auch am 84 km langen SauerlandRadring, der sich seit seiner Eröffnung vor 3 Jahren inzwischen immer größerer Beliebtheit erfreut.
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