Finnentrop, Olsberg und Bestwig werden für Maßnahmen bei der Fremdwasserreduzierung
ausgezeichnet.
Den anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Ruhrverbands im Jahr 2013 erstmals gestifteten
Fremdwasser-Preis Ruhr erhalten in diesem Jahr die Gemeinde Finnentrop zu 50 Prozent und die
Abwasserwerke der Stadt Olsberg sowie der Gemeinde Bestwig zu je 25 Prozent. Der Preis ist mit
10.000 Euro dotiert und wird für herausragende Aktivitäten im Bereich der Fremdwasserbekämpfung
vergeben.
Fremdwasser ist Grund- oder Niederschlagswasser, das beispielsweise durch Undichtigkeiten in die
Kanalisation gelangt, aber dort eigentlich nicht hingehört. Da es nicht durch den häuslichen oder
gewerblich-industriellen Gebrauch verunreinigt wurde, ist Fremdwasser ursprünglich in der Regel relativ
sauberes Wasser. Es vermischt sich dann aber in der Kanalisation mit dem Abwasser, was die
Abwasserreinigung erschwert und Kosten verursacht. Das Ruhreinzugsgebiet ist als
niederschlagsreiche Mittelgebirgsregion besonders stark von Fremdwasser betroffen. Deswegen
müssen Anstrengungen unternommen werden, die zu einer Reduzierung des Fremdwasseranfalls
beitragen. Der Ruhrverband hat den Fremdwasser-Preis Ruhr ausgelobt, um einen Anreizwettbewerb
für seine Mitglieder bei der Reduzierung von Fremdwasser zu schaffen. Die kommunalen Mitglieder
werden jedoch seit vielen Jahren auch fachlich bei der Fremdwasserbekämpfung vom Ruhrverband
unterstützt. So wurden zahlreiche Fremdwassermesskampagnen zur Identifizierung der
Fremdwasserschwerpunkte durchgeführt und anschließend in Abstimmung mit den Gemeinden
Handlungskonzepte erarbeitet. Diese Konzepte finden Berücksichtigung in den Integralen
Entwässerungsplanungen des Ruhrverbands und münden oft in konkrete Baumaßnahmen, bei deren
Durchführung ebenfalls häufig Ruhrverbandswissen einfließt.
Die Gemeinde Finnentrop wurde insbesondere für ihren ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz
ausgezeichnet. Dieser umfasst neben zahlreichen kleineren Abdichtungssmaßnahmen in
unterschiedlichen Kanalsträngen auch die Hausanschlussleitungen. So baut die Gemeinde Finnentrop
z. B. bei Neuerschließungen vorsorglich Prüfschächte an den Grundstücksgrenzen, um die späteren Fremdwasserkontrollen zu erleichtern. Der Ruhrverband begrüßt es, wenn das Preisgeld wohltätigen
Zwecken zugutekommt. Im vorliegenden Fall will die Gemeinde Finnentrop die 5.000 € den
Fördervereinen der ortsansässigen Schulen zur Verfügung stellen, um Bildungs- und
Erziehungsanliegen dieser Einrichtungen zu unterstützen.
Ausschlaggebend für die Preisverleihung an das Abwasserwerk Olsberg war die erfolgreiche
Erneuerung eines Teilbereiches des Verbindungssammlers Elleringhausen. Das Fremdwasser konnte
in diesem Bereich um 20 bis 25 Liter pro Sekunde, dies entspricht rund 17.000 Badewannenfüllungen
pro Tag, reduziert werden. Als Verfahren kam u. a. das sogenannte Berstlining-Verfahren zum Einsatz.
Dabei wird ein Berstkopf in die alte schadhafte Rohrleitung eingeführt, der diese dann zerstört und die
Rohrscherben radial nach außen in das Erdreich drückt, so dass Raum für einen sogenannten Liner
entsteht, der im selben Arbeitsgang eingezogen wird. Dieser Liner ersetzt dann den alten Kanal. Das
Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro wollen die Olsberger der Stiftung "Wir in Olsberg" spenden und somit
lokale gemeinnützige Projekte unterstützen.
Das Abwasserwerk Bestwig erhält ebenfalls ein Preisgeld von 2.500 Euro. Das Geld soll in die
Jugendarbeit fließen. Konkret wird die verbandsoffene Arbeit des neu eröffneten Kinder- und
Jugendtreffs "Mittendrin" unterstützt. Preiswürdig war der Jury die Sanierung des Verbindungssammlers
Heringhausen, die ebenfalls zu einer Fremdwasserreduzierung von ca. 20 Litern pro Sekunde führte.