Linden am Weringhauser Ehrenmal
Die beiden über 100 Jahre alten Winterlinden am Ehrenmal in Weringhausen müssen gefällt werden.
Eine eingehende Untersuchung hat es an den Tag gebracht: Die beiden über 100 Jahre alten Winterlinden am Ehrenmal in Weringhausen müssen gefällt werden. Der Gemeindeverwaltung liegt ein Gutachten eines Sachverständigenbüros vor, in dem dringend dazu geraten wird, die von der Straße aus gesehen rechte Linde zu fällen. Bei der von der Straße aus gesehen links stehenden Linde ist die Situation nicht ganz so gravierend, aber auch dieser Linde wird im Gutachten nur noch eine Reststandzeit von etwa 5 Jahren, maximal 10 Jahren, eingeräumt.
Die Linden sind beide stark bruchgefährdet. Eingebaute Kronensicherungssysteme, die vor einigen Jahren für Sicherheit sorgen sollten, sind überaltert und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Grundsätzlich wäre es möglich, die Kronen zurückzuschneiden und neue Kronensicherungen einzubauen, aber dadurch allein wäre das Problem nicht gelöst.
Bei der rechts stehenden Linde wurde ein ausgedehnter Befall mit Brandkrustenpilz festgestellt. Dieser Pilz erzeugt eine intensive Fäule im Wurzelbereich und in der Stammbasis, die sich von dort auch mehrere Meter in den Stamm hinein entwickeln kann. Besonders tückisch beim Brandkrustenpilz ist, dass die Holzzersetzung meist im zentralen Bereich des Wurzelstocks beginnt, so dass die im äußeren Teil der Wurzeln und des Stammes stattfindende Wasser- und Nährstoffversorgung noch über längere Zeit gewährleistet ist. So zeigen sich in der Krone des befallenen Baumes über lange Zeit keine Vitalitätsmängel.
In Weringhausen hat eine schalltomographische Untersuchung gezeigt, dass der Holzabbau im Stammfuß schon sehr weit fortgeschritten ist. Es ist nur noch eine geringe Restwandstärke vorhanden, so dass schnell reagiert werden muss.
Wie das Sachverständigenbüro bestätigt, macht es nur wenig Sinn, die andere Linde zunächst stehen zu lassen. Durch die Freistellung wäre sie dem Wind noch mehr ausgesetzt. Außerdem müsste unverhältnismäßig viel Geld in die Hand genommen werden, um die Bruchgefährdung vorübergehend zu beheben. In nur wenigen Jahren müsste der Baum dennoch gefällt werden.